Grundlegende Rechte am Arbeitsplatz

Dieser Beitrag soll dir einen Überblick bieten über grundlegende Rechte, die für alle arbeitenden Menschen gelten. Dabei ist es egal, ob du einen Arbeitsvertrag, Festanstellung oder Minijob hast.

Arbeitsvertrag
Grundsätzlich kann ein Arbeitsvertrag sowohl mündlich als auch schriftlich abgeschlossen werden. Allerdings ist es immer ratsam, dass du deine Arbeitsbedingungen schriftlich festhalten lässt. Zudem ist dein Chef bzw. deine Chefin gesetzlich dazu verpflichtet, die wesentlichen Bedingungen deines Arbeitsvertrages innerhalb eines Monats aufzuschreiben und dir zu geben.

Arbeitszeit
Zum Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer_innen ist es verboten länger als 10 Stunden am Tag zu arbeiten. Außerdem darf die wöchentliche Arbeitszeit innerhalb von 6 Monaten maximal 48 Stunden, kurzfristig aber bis zu 60 Stunden betragen. In vielen Branchen gelten jedoch geringere Arbeitszeiten zwischen 35 und 40 Stunden pro Woche.
Zudem bist du verpflichtet, 30 Minuten Pause zu machen, wenn du mehr als 6 Stunden am Tag arbeitest und 45 Minuten Pause bei mehr als 9 Stunden Arbeitszeit. Diese im Voraus feststehenden Pausen werden nicht bezahlt. Arztbesuche während der Arbeitszeit müssen hingegen entlohnt werden. Zwischen zwei Arbeitsschichten hast du ein Anrecht auf eine ununterbrochene Ruhepause von 11 Stunden.
Deine Arbeitszeiten müssen dir mindestens eine Woche im Voraus mitgeteilt werden. Schickt dich dein Chef dann früher nach Hause, hast du trotzdem Anspruch auf den vollen Lohn.

Arbeitszeit verringern
Wer länger als 6 Monate in einem Betrieb mit mindestens 15 Arbeitnehmer_innen beschäftigt ist, hat einen gesetzlichen Anspruch auf die Verringerung der Arbeitszeit.

Bezahlter Urlaub
Ab Beginn des zweiten Arbeitsmonats hast du Anspruch auf Urlaub. Du kannst ihn einfach berechnen: Arbeitstage pro Woche geteilt durch 6 mal 24. Innerhalb der ersten sechs Monate steht dir allerdings nur für die Zeit, die du bereits gearbeitet hast, Urlaub zu. Wenn du gekündigt wirst, bevor du Urlaub genommen hast, erhältst du Urlaubsentgeld.

Krankheit
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist rechtlich festgeschrieben. Sie gilt für alle Beschäftigten, die seit mindestens 4 Wochen im Betrieb arbeiten. Ist dein Kind krank und du kannst deshalb nicht zur Arbeit, steht dir ebenfalls Lohnfortzahlung zu. Pro Kind zehn Tage im Jahr, aber insgesamt nicht mehr als 25.

Kündigung
Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Die Kündigungsfrist beträgt nach zwei Jahren Anstellung mindestens vier Wochen und erhöht sich mit der Beschäftigungsdauer. Du solltest Zahlungen, die du nicht erhalten hast, wie Urlaubsentgeld oder Lohnfortzahlung bei Krankheit nach der Kündigung einfordern. Wenn in einem Betrieb mehr als zehn Personen angestellt sind und das für mindestens sechs Monate, gilt in diesem Betrieb das Kündigungsschutzgesetz. Dann muss ein Kündigungsgrund vorliegen. der kann personenbedingt, verhaltensbedingt oder betriebsbedingt sein.

Mindestlohn
Seit 2015 gilt ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50€ brutto. Mit Beginn des Jahres 2017 steigt dieser auf 8,84€. Daneben existieren außerdem Branchenmindestlöhne. Diese gelten für alle Beschäftigten in allen Firmen der jeweiligen Branche. Vom Mindestlohn ausgenommen sind u.a. Langzeitarbeitslose in den ersten 6 Monaten nach Arbeitsbeginn (den Branchenmindestlohn erhalten sie allerdings sofort), freie Mitarbeiter_innen, Azubis, einige Praktikant_innen, unter 18-Jährige sowie Arbeiter_innen im Gartenbau und der Land- und Forstwirtschaft.
Weitere Informationen zum Mindestlohn und einen Überblick über die Branchenmindestlöhne findest du hier.

Trinkgeld
Das Trinkgeld ist ein Geschenk der Kund_innen an die Beschäftigten. Es ist einkommenssteuerfrei und dein Chef bzw. deine Chefin hat kein Recht, dir auch nur einen Teil davon zu nehmen. Es ist illegal, falls er_sie das versucht.

Weitere Informationen

Zum weiterlesen empfiehlt sich:

Arbeitsrecht-Lexikon online

Arbeitsrecht: Ratgeber für Beruf, Praxis und Studium von Wolfgang Däubler